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Foto: Astronomie

Asteroiden (3) Juno und Jupitertrojaner (624) Hektor

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Welche Sensation raunten sich die Astronomen zu, als die »Himmelspolizey« an der Stelle eines voraus berechneten Planeten ein Trümmerfeld entdeckte! Asteroiden wurden katalogisiert, nummeriert, zum Planeten ernannt und wieder »degradiert«. Irgendwann wurden es – nicht nur im Asteroiden-Hauptgürtel - einfach zu viele Neuentdeckungen. Im »Exo«-Fieber der letzten Jahrzehnte ist das Interesse der Medien an neu entdeckten oder gut untersuchten Asteroiden gesunken. Doch für Berufs- wie Amateurastronomen bieten nicht nur die Erdbahnkreuzer Raum für Spekulationen und eine genauere Betrachtung.

Dritter entdeckter Asteroid (3) Juno

Mit den ersten Entdeckungen von Asteroiden entflammten Spekulationen über einen geborstenen Planeten an jener Stelle, an der die »Himmelspolizey« so akribisch suchte. (3) Juno galt wie seine beiden Vorgänger zunächst als weiterer Planet. Doch damals stand die Erforschung des Asteroiden-Hauptgürtels erst am Anfang. 45 Jahre später sahen die Beobachter einen Unterschied zu echten Planeten und korrigierten die Einstufung des Objektes zum Asteroiden.

In den Jahren um die Jahrtausendwende zeigten die leistungsstarken Spiegelteleskope an der Oberfläche des Asteroiden (3) Juno Spuren eines 100 km großen Impaktkraters, der nach kosmischer Zeitrechnung erst »vor kurzem« entstanden sein muss. Möglicherweise stammt von diesem Ereignis eine große Gruppe Gewöhnlicher Chondriten ab, die bei Meteoritenfunden auf der Erde relativ häufig entdeckt werden. Ein solcher Meteoritenfall könnte durchaus Zeugnis und Folge eines entsprechend schweren Unfalls im Asteroiden-Hauptgürtel sein.

Jupitertrojaner (624) Hektor

Jupitertrojaner eilen dem Gasriesen Jupiter an den Lagrange-Punkten (L4 oder L5) entweder voraus oder verfolgen seine Bahn. Der größte dieser Asteroiden ist (624) Hektor. Er ist heller als alle anderen Mitläufer und bindet einen 15 km winzigen Mond (S/2006 [624] 1) in seine Umlaufbahn. Die ungewöhnliche Form des Trojaners ist einzigartig unter den Objekten des Asteroiden-Hauptgürtels. Obwohl (624) Hektor bereits 1907 entdeckt wurde, gelang seine genauere Bestimmung erst in den 1990er Jahren.

Die Vermutung der Astronomen lautete, sämtliche Jupitertrojaner hätte der Gasriese in einer sogenannten »Lagrange-Wolke« eingefangen. Dort nahmen die Asteroiden ihre ungefähren heutigen Umlaufpositionen ein. Zwei dieser Trojaner könnten (624) Hektor zu nahe gekommen und in einer energiereichen Kollision zu beiden Seiten als Fragmente aufgeschmolzen sein. Das würde erklären, wieso dieser Einzelfall um so vieles unförmiger (beschrieben wird die Form einer Hantel) als alle anderen Objekte des Asteroiden-Hauptgürtels ist. Theoretische Computersimulationen versuchen, dieses Szenario nach der Ereigniswahrscheinlichkeit oder noch nicht durchdachten Alternativen austesten.


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