Unter den Deep Sky Objekten innerhalb des Sternbildes »Andromeda« ist sicherlich die Andromeda-Galaxie die prominenteste. Charles Messier fand unter den Sternbildkoordinaten jedoch auch weitere, ebenso überraschende Galaxien und andere Sternensysteme. Vor allem zeigen sich die mindestens zehn Begleitgalaxien nahe M31 mit vielerlei Besonderheiten in Form und Struktur.
Sphärische Begleiterin: Die elliptische Galaxie M110
Obwohl Messier dieses Deep Sky Objekt bereits 1773 entdeckte, nahm er die elliptische Galaxie im Sternbild »Andromeda« nie in seinen prominenten und heute noch gebräuchlichen Katalog auf. Nur zehn Jahre später beschrieben William und Caroline Herschel ebenfalls die sphärische Form und beobachteten Charakteristika von M110. Doch erst 1967 wurde das Objekt nachträglich auf Betreiben von K.G. Jones als somit letztes Objekt im Messier-Katalog verewigt und beschrieben.
Das Deep Sky Objekt umgibt neben weiteren Begleitern die große Andromedagalaxie sehr nah. Schätzungsweise ist sie 3,6 oder bis zu 15 Milliarden Sonnen »schwer«. Bemerkenswert ist ihr Halo aus acht Kugelsternhaufen, das sie für Amateurastronomen wie Berufswissenschaftler gleichermaßen zum interessanten Beobachtungsobjekt im Sternbild »Andromeda« macht. Wie der berühmte Andromedanebel gehört auch diese Zwerggalaxie zu den Mitgliedern der Lokalen Gruppe, in der sich ebenfalls unsere Milchstraße bewegt.
Mehrfachentdeckung: offener Sternhaufen NGC 752
1783 beschrieb Caroline Herschel ein Deep Sky Objekt als nebliges Fleckchen, das man unter guten Bedingungen schon mit bloßem Auge unter den Koordinaten des Sternbildes »Andromeda« erkennen konnte. Ihr Bruder nahm den offenen Sternhaufen sodann als NGC 752 in die Objekteliste auf. Wahrscheinlich liegt die Erstentdeckung jedoch viel weiter zurück. Bereits G. B. Hodierna, ein italienischer Astronom, beschrieb 1654 ein nebliges Objekt, das keinesfalls mit einem Kometen zu verwechseln sei.
Das Deep Sky Objekt NGC 752 ist der Erde um ein Vielfaches näher als die Galaxien des Sternbildes »Andromeda«. In nur 1.300 Lichtjahren kann der offene Sternhaufen mit Ferngläsern oder – unter besten Bedingungen – sogar freiäugig betrachtet werden. Im Teleskop werden ca. 60 lichtschwache Sterne (keiner heller als 9. Größe) sichtbar.