Unter den Deep Sky Objekten sind Galaxien und Nebel begehrte Beobachtungsobjekte. Es sind nicht nur ihre so unterschiedliche Form, Größe und gegenseitige Wechselwirkung, die sie derart spannend macht. Oft gestattet die jeweilige Lage im sichtbaren Weltraum ganz unterschiedliche Anblicke aus sehr verschiedenen Blickwinkeln. Beispielsweise sind im Sternbild »Andromeda« mehrere Galaxien von der Seite, direkt von oben oder aus einer schrägen Position immer wieder eine astrofotografische Herausforderung für die Spitzenteleskope der Welt.
Seitenblick auf die Spiralgalaxie NGC 891
Das Weltraumteleskop »Hubble« zeigt einen seitlichen Blick auf eine zu beiden Seiten gewölbte Scheibe mit einem dunklen Außensaum. Das Deep Sky Objekt im Sternbild »Andromeda« ist eher lichtschwach, von der Erde etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt und gehört einer größeren Gruppe von Galaxien an. Alle Mitglieder der »NGC1023-Gruppe« bewegen sich in der »Jagdhunde-Wolke«, diese wiederum expandiert innerhalb des Virgo-Superhaufens.
F. W. Herschel entdeckte das Deep Sky Objekt 1874. Doch die Wissenschaft schrieb ihre Ersterwähnung im Sternbild »Andromeda« irrtümlich Caroline L. Herschel zu. Trotz der großen Entfernung schimmert der helle H-II-Kern gut durch den Rand der Galaxie. Mittlere Teleskope machen das Objekt mit dem umgebenden Staubband gut sichtbar. Wissenschaftler ließen sich von der Schönheit dieser Galaxie inspirieren und wählten sie für das erste Lichtfoto aus, das vom »Large Binocular Telescope« aufgenommen wurde. 1986 wurde in der Galaxie NGC 891 eine Supernova entdeckt.
»Blue Snowball« NGC 7662
Das Deep Sky Objekt in nur 1.800 Lichtjahren Erdentfernung inspirierte nicht die Profis unter den Astronomen, sondern auch einen Amateurastronomen. Leland S. Copeland war derart fasziniert von seiner Entdeckung im Sternbild »Andromeda«, dass er den eigentlich Planetarischen Nebel NGC 7662 kurzerhand als »Blauen Schneeball« bezeichnete. Gelegentlich ist stattdessen auch vom »Blauen Nebel« die Rede. Entdeckt hatte die abgestoßene Sternenhülle schon W. Herschel im Herbst 1784.
Kleine Teleskope, die dieses Deep Sky Objekt beobachten, erkennen als hellen, blauen Punkt den Zentralstern im Zentrum des Nebels. Ab einer hundertfachen Vergrößerung bzw. bei Teleskopen ab 6 Zoll zeigt sich die Nebelscheibe im Sternbild »Andromeda« in ebenfalls bläulichem Schimmer. Ab 16 Zoll Hauptspiegeln löst sich das Innere des Planetarischen Nebels NGC 7662 in hellere und buntere bzw. lichtschwächere und farblose Strukturbereiche auf. Der Blaue Zwerg in der Mitte des Objektes gehört mit ca. 75.000 K zu den heißesten aller bekannten Sternentypen.