Zur Beobachtung von Deep Sky Objekten visieren Amateur- und Berufsastronomen ihre Teleskopziele unter Sternbildkoordinaten an. Der Messier- und der NGC-Katalog sind hierfür ausführliche Positionshilfen. Beide sind die bekanntesten Verzeichnisse zum Auffinden interessanter, häufig spektakulärer Erscheinungen am Nachthimmel. Während die Suche auch bei kleineren Sternbildpositionen sehr ergiebig ausfällt, gehört das Sternbild »Schlange« mit wenigen Sternhaufen, Nebeln und nur einer Galaxie zu den »ärmeren« Beobachtungspunkten.
Sternhaufen NGC 6604, NGC 6605 und IC 4756 im Sternbild »Schlange«
Deep Sky Objekte vom Typ offener Sternhaufen sind galaktische Ansammlungen von mindestens 20 bis mehreren Tausend Sternen aus dem gleichen Entstehungsgebiet. Im Sternbild »Schlange« kennen Amateurastronomen zwar gleich 3 solcher Vertreter, beschreiben sie jedoch als eher unscheinbar und lichtschwach sowie als von geringer Ausdehnung.
Der größte der drei Sternhaufen, NGC6604, ist noch von der Entstehungswolke, seiner ursprünglichen »HII-Region«, umgeben. Als Deep Sky Objekt wird der Umgebungsnebel häufiger beschrieben als die daraus entstandenen Sterne. Noch unscheinbarer im Sternbild »Schlange« ist sein Listen-Nachfolger NGC 6605. Bis auf einzelne, höchstens mittelhelle Sterne werden die zugehörigen Objekte des Haufens leicht vor dem übrigen Sternenhintergrund übersehen. Geübte Amateurastronomen machen auch im offenen Sternhaufen IC 4756 gute Einzelsterne aus. Jedoch leuchtet der Haufen nicht besonders, und nur bei wirklich dunklem Himmel ist eine sinnvolle Beobachtung vor dem Hintergrund eines Spiralarms unserer Milchstraße möglich.
Nebel im Rampenlicht: »Adlernebel« und »Hoags Objekt«
Bei aller Wissenschaftlichkeit inspirierte eine »Hubble«-Fotodarstellung vom Deep Sky Objekt M16 die Forscher auf ganz andere Weise. Im »Adlernebel«, der sich ca. 20 Lichtjahre im Sternbild »Schlange« ausdehnt, entdeckten sie bis ca. 9,5 Lichtjahre lange Säulen aus Gasen und Staub. An jeder Säulenspitze befinden sich junge Sterne. Kurzerhand tauften sie das Gebilde »Pillars of Creation« (Säulen der Schöpfung). Die jüngsten Sterne des »Adlernebels« sind höchstens 50.000 Jahre alt.
Als der Astronom Art Hoag 1950 ein ungewöhnliches Deep Sky Objekt im Sternbild »Schlange« ausmachte, hielt er es zunächst für einen planetarischen Nebel. Amateur- und Berufsastronomen wetteiferten nach ihm um immer neue Details und erkannten schließlich eine Ringgalaxie von äußerst untypischer Form. Der Kern der Galaxie ist alt und leuchtet gelb, während ein vollkommener Kreis blauer, heißer Sterne »Hoags Objekt« wie ein Saum umgibt.