Foto vergrößernFoto downloaden
Foto: Astronomie

Deep Sky Objekte Schwan - NGC 7027 und interstellare Evolution

x gelesen

Sternen»geburten« und Sternen»tode« lassen sich bei dicht »besternten« Himmelskoordinaten besonders zahlreich beobachten. Eines der jüngsten bekannten Deep Sky Objekte dieser Szenarien können Astronomen im Sternbild Schwan beobachten. Der Planetarische Nebel NGC 7027 ist mit 3.000 Lichtjahren Abstand recht nah. Entstanden ist er erst vor geschätzten 600 Jahren aus einer Supernova, bei der das Ursprungsobjekt, ein sonnenähnlicher Stern, seine Gas- und Plasmahülle abstieß.

NGC 7027: intensiv erforschtes kosmisches »Kleeblatt«

Bisher wurde kein kleineres Deep Sky Objekt unter den Planetarischen Nebeln entdeckt als dieser Winzling. Das liegt daran, dass das Ursprungsereignis im Sternbild Schwan, eine Supernova, nach kosmischen Maßstäben gerade erst geschah. Daher ist NGC 7027 nur etwa 10 % so groß wie die anderen bekannten Vertreter. Das wird sich in wenigen Jahrtausenden stark verändern. Im Laufe der Zeit dehnt er sich um geschätzte 11 bis 17 Kilometer pro Sekunde weiter aus.

Die komplexe Form dieses Deep Sky Objektes ist eine elliptische neutrale Wolke aus ionisierten Gasen. Der heiße Kern des Nebels im Sternbild Schwan ist von einer transluzenten (lichtdurchlässigen) Gas- und Staubhülle umgeben. Die »Kleeblatt«form der zentralen Region von NGC 7027 entsteht durch die chemische Reaktion der Photodissoziation (auch: »Photozersetzung«). Die Wissenschaftler vermuten, der Zentralstern könnte ein Weißer Zwerg sein und dieser eine Akkretionsscheibe gebildet haben, wodurch eine hohe Leuchtkraft und extreme Temperaturen entstehen.

Junges Beispiel interstellarer Evolution

Das Deep Sky Objekt ist von einer Halo umgeben, die im Expandierungsstadium begriffen ist und geschätzte drei Sonnenmassen besitzt. Wer im Sternbild Schwan einen guten Blick auf die Gesamtstruktur werfen möchte, sieht auch mit der Ausrüstung eines Amateurastronomen schon mit einem 6-Zöller bei ca. 50facher Vergrößerung helle, blau strahlende Sterne. Die Hitze, die ungewöhnliche Molekulardichte und die ungewöhnlich hohe UV-Strahlung von NGC 7027 sowie der besonders reichlich enthaltene Kohlenstoff rufen ganze Gruppen von Weltraumforschern auf den Plan.

Das Element »Helium Hydridion« (stärkste derzeit bekannte Säure, chemisches Zeichen HeH+) entsteht, so die Hypothese, durch die Reaktion neu gebildeter Protonen mit einem gasförmigen Heliumatom. Astronomen vermuten, dass diese Reaktion besonders häufig in Deep Sky Objekten wie Planetarischen Nebeln abläuft. Ob ausgerechnet im Sternbild Schwan mit der Untersuchung von NGC 7027 das Molekül im interstellaren Raum schlüssig identifiziert werden kann, steht noch nicht fest. Doch für die Existenz von Nano-Diamant (nanokristalline Form von Diamanten, viel härter als diese) im Nebel NGC 7027 gibt es bereits Hinweise.


Kommentar hinterlassen 





Ich möchte bei neuen Kommentaren benachrichtigt werden.