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Foto: Astronomie

Der Meteorit von Breitscheid im Jahr 1956

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Private Beobachter der Gegenwart können nicht immer unterscheiden, ob ein Flugzeug abstürzt, ein Knallfrosch durch die Luft fährt oder das Grollen und Donnern von einem Meteoriten herrührt. Bleiben Geräusche aus, wird die Sternschnuppe höchstens einen heimlichen Wunsch lang beobachtet. Einige Meteoritenfälle in Deutschland wurden der Wissenschaft eher zufällig durch Mund-zu-Mund-Beschreibung bekannt. Im Falle des Misch-Meteoriten von »Breitscheid« entwickelte sich nachträglich eine Abenteuergeschichte mit kuriosen Zwischenpointen.

Die Augen- und Ohrenzeugen des Meteoritenfalls zu Breitscheid

Dass sein Fall überhaupt wahrgenommen wurde, verdankte der Meteorit dem Falldatum. 1956 war der Zweite Weltkrieg gerade erst 11 Jahre vorbei und noch in vielen Menschen sehr präsent. Als ein Flugzeug einen Garten überflog, löste kurz darauf lautes Zischen Panik aus. Die Breitscheider Beobachter sahen eine Feuerbahn von ca. 1 m, die nach hinten breiter und rötlicher wurde. Zeugen des Fallereignisses fanden 4 Teile des Meteoriten »Breitscheid« 40 cm tief in ihrer Westerwälder Wiese.

Dem Einschlagskrater nach hatte der Meteorit die Größe eines Backsteins. Die Finder hielten den Meteoriten für einen 15 cm langen, 10 cm breiten und 4 cm dicken Zementbrocken und mutmaßten, er sei von dem Flugzeug herausgefallen. Der Chemotechniker der Burger Eisenwerke, G. Thielmann, erkannte gleich nach Erhalt die Beschaffenheit der Bruchstücke richtig. Eine hektische Suche nach dem Verbleib der restlichen Teile des Meteoriten »Breitscheid« begann.

Wissenschaftliches und Kurioses über den Meteoriten »Breitscheid«

Insgesamt wog das außerirdische Fallstück 1,5 kg. Der einstige Mutterkörper des Meteoriten, so ergaben die wissenschaftlichen Untersuchungen, hatte seine feste Form vor ca. 3 Milliarden Jahren gefunden und war vor geschätzten 50 Millionen Jahren zerbrochen. Zufällig las eine Chemotechnikerin in der Zeitung vom Meteoriten »Breitscheid« und informierte ihren Chef, einen Meteoritenforscher, darüber. Am nächsten Tag suchte sein Assistent die Zeugen auf.

Zunächst kehrte er mit 2 Stückchen zurück. Mehrere Studenten halfen anschließend, den Verbleib aller Fragmente des Meteoriten herauszufinden. Per Tauschgeschäft konnten alle Stücke aus Privatbesitz herausbekommen werden. Am kuriosesten war die Geschichte des achten Stückchens. Eine junge Touristin hatte während ihrer Ferien ein Bruchstück des Meteoriten »Breitscheid« als Souvenir mit nach Hause genommen. Als sinnvolles Entgelt für die Herausgabe gefiel ihr statt Geld ein goldenes Halskettchen, in dessen Anhänger ein Splitter »ihrer« Sternschnuppe eingefasst wurde.


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