Foto vergrößernFoto downloaden
Foto: Astronomie

Die Sterne des Mehrfachsternsystems Beta Monocerotis

x gelesen

Das Sternbild »Einhorn« ist unscheinbar und in Mitteleuropa nur im Winter schwach sichtbar. Einige seiner Sterne sind interessante Sternensysteme, die aus zwei bzw. sogar drei Komponenten bestehen. Trotz ihrer Mehrfachnatur bleiben sie lichtschwach wie alle Sterne des »Monoceros«. Vorteilhaft ist die relative Nähe beider Mehrfachsternsysteme zur Erde. Dadurch können bereits die kleinen Teleskope von Amateurastronomen die Komponenten auflösen, selbst in der Nähe von künstlichen Lichtquellen.

1781 war die erdgebundene Himmelsbeobachtung auf einem technischen Stand, der heutigen kleineren Teleskopen entspricht. W. Herschel löste bei seiner Entdeckung des Sternensystems im Sternbild »Einhorn« bereits alle 3 Komponenten des Mehrfachsternsystems Beta Monocerotis in relativ weit auseinander stehende Sterne auf. Beta Monocerotis A ist mit 7 Sonnenmassen der schwerste der 3 Be-Sterne. Er dominiert mit der ca. 3.200fachen Leuchtkraft unserer Sonne deutlich die Sichtbarkeit der anderen Begleiter. Daneben wirkt Beta Monocerotis B mit der nur halb so starken Leuchtkraft umso blasser.

1988 sorgte Beta Monocerotis C kurze Zeit für Aufsehen. Kurzfristig schien es, als zeigte sich bei Speckle-Interferometrie-Beobachtungen eine zweite Komponente im C-Stern des Sternensystems. Nachträglich bestätigten Infrarot-Beobachtungen die vermeintliche Doppelbeobachtung allerdings nicht. Noch ein vierter Stern wurde im Mehrfachsternsystem gesehen. Die Erforschung des Sterns CCDM J06288-0702D ist noch nicht abgeschlossen. Doch wahrscheinlich gibt es keine Wechselwirkung zwischen dem visuellen Begleiter und dem Dreifachsystem. Die Sichtbarkeit des Begleiters in so geringem Abstand wird derzeit als zufällig angenommen.

Doppelsternensystem Epsilon Monocerotis:
Auch diese beiden Sterne entdeckte W. Herschel im 18. Jahrhundert mit einem heute als einfach geltenden Teleskop. Amateurastronomen finden das Sternensystem im Sternbild »Einhorn« ohne Probleme, da beide Komponenten ebenfalls weit auseinander stehen. Beobachter beschreiben beide Sterne des Mehrfachsternsystems als optisch sonnenähnlich, nahe der »Schulter des Orion« und mit kleinen Refraktoren gut sichtbar. Selbst geringe Lichtverschmutzung, so lauten Erfahrungsberichte aus der Deep Sky Praxis, stellt kein Problem für die Beobachtung im mitteleuropäischen Winter dar.


Kommentar hinterlassen 





Ich möchte bei neuen Kommentaren benachrichtigt werden.