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Foto: ESO, (CC 3.0)

Galaxien Crash vom Omega-Nebel M17

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Der Omega-Nebel M17 im Sternbild »Schütze« ist ein eindrucksvolles Beispiel der zweitgrößten bekannten Sternensysteme, die unser Universum beherbergt: der Galaxien. Nur ihre Verbindungen, die Galaxienhaufen, kennen wir bisher als noch größere, wechselwirkende Strukturen. Was geschieht, wenn die Mitglieder solcher Haufen untereinander kollidieren, zeigte sich jüngst auf Aufnahmen des VLT Sirvey Telescope (VST) in Chile.

Galaktischer Massencrash von langer Dauer

Der Omega-Nebel fällt im nördlichen Teil des Sternbilds »Schütze« auf. Gleich vier Galaxien, so fanden die Wissenschaftler 2011 heraus, stießen dort im Verlauf von 350 Millionen Jahren zusammen. Aus dem Langzeitcrash entstand der Galaxienhaufen »Pandora«, eine Ansammlung vieler Billionen Sterne. Unerklärlich war für die Entdecker zunächst, wieso alle Galaxienmassen zusammen nur 5 Prozent der Gesamtmasse der neu entstandenen Struktur Abell 2744 ausmachten. Weitere 20 Masseprozent konnten heißen Gasen zugeordnet werden. Den Rest von 75 Prozent schreiben sie Dunkler Materie zu, die für irdische Beobachter ebenso wenig wie für die derzeit leistungsstärksten Weltraumteleskope sichtbar ist.

Während im Omega-Nebel vor dem Crash heiße Gase und Dunkle Materie gleichmäßig verteilt waren, wurden sie beim Aufeinanderprallen der Galaxien voneinander getrennt. Das mache jetzt die einzigartige Beobachtung von Phänomenen für die Astronomen möglich, die zuvor in anderen Galaxienhaufen nur getrennt erforscht werden konnten. Beispielsweise ist bisher über die Eigenschaften Dunkler Materie nahezu nichts bekannt.

Unfallforschung nach irdischer Sachverständigenmanier

Jegliche kosmische Erscheinungsform, vom feinsten Staubteilchen bis zu solch »oppulenten« Nebelstrukturen wie der des Omega-Nebels, ist die Auswirkung eines Ereignisses, für das es wie bei irdischen Unfällen eine Ursache und einen Auslöser der verschiedenen Phänomene gibt. Gut für die Rekonstruktion der beteiligten Galaxien (vermutet werden mindestens 4) sind Hochleistungsteleskope wie das chilenische »Very Large Telescope« und das »Hubble-Weltraumobservatorium« geeignet. Sie können tief und präzise genug in den entstandenen Galaxienhaufen hinein»sehen« und dort die Unfallspuren wie Puzzleteile zurückverfolgen.

Vielleicht stellt sich bald heraus, dass Crashs wie der des Omega-Nebels häufiger passieren als bisher angenommen. Auch unsere Milchstraße ist eine von vielen Galaxien, die untereinander in gravitativer Wechselwirkung stehen, sich aufeinander zu und nebeneinander her bewegen und irgendwann aufeinanderprallen könnten. Ob dieses Szenario in Galaxienhaufen wie der »Lokalen Gruppe« wahrscheinlich ist und in welchen hypothetischen (galaktischen) Zeiträumen wir damit rechnen müssen, sollen u.a. Untersuchungen des internationalen Julian-Merten-Astronomenteams nachvollziehen.


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