Historische Kometen sind nur in Fällen besser bekannt, in denen durch Überlieferung, Gemälde oder Massenbeobachtungen darüber berichtet wurde. Auch in unserem Jahrtausend werden etliche Schweifsterne am Himmel ausgespäht, selbst, wenn sie nur schwach an uns »vorüber glimmen«. Für die Ferngläser und Teleskope der Amateurastronomen besonders die Zeiten der stärksten Sonnenannäherung solcher Exemplare spannend. Zum Jahresbeginn 2012 bis zum hellen Sommerbeginn lohnt ein solcher Blick am Nordhimmel, um den langperiodischen Kometen C/2009 P1 Garrad teils schon mit bloßem Auge zu beobachten.
C/2009 P1 Garrad: 2009 im Süden entdeckt, bis Mitte 2012 nach Norden unterwegs
Im Sommer 2009 tauchte der Komet während einer automatischen Himmelsüberwachung im Sternbild »Phönix« auf Aufnahmen des australischen Südhimmels auf. Es zeigte sich bei der seither fortlaufenden Beobachtung, dass er der Sonne im Verlauf seiner Reise wahrscheinlich nicht sehr nahe kommen wird und eine spektakuläre Helligkeit, wie beispielsweise die Großen Kometen der letzten Jahrhunderte, nicht erreicht. Die australischen Entdecker prognostizieren eine für Amateurastronomen gute Vorausschau ab Monat Februar 2012. Dann sollen geübte Beobachter den langperiodischen Kometen C/2009 P1 Garrad hoch am Nordhimmel schon mit bloßem Auge erkennen können.
Noch bis Mitte 2012 gut sichtbar: Komet C/2009 P1 Garrad
Die besten Beobachtungszeiten des Kometen, so die Experten unter den Kometenforschern, bleiben über dem Nordhimmel der Rest dieses Winters sowie das Frühjahr 2012. Amateurastronomen können dann den fernen Gast sogar zirkumpolar (die ganze Nacht über nahe dem Himmelspol sichtbar) bis etwa Mitte 2012 beobachten. Der langperiodische Komet C/2009 P1 Garrad durchläuft Anfang 2012 am Morgenhimmel das Sternbild »Herkules«, im Februar den »Drachen« und Anfang März den »Kleinen Bären«. Bis Anfang April passiert er gut sichtbar den »Großen Bären«.
Als bester Beobachtungsmonat schlechthin gilt für den Kometen der Monat Februar 2012. Dann erreicht er eine Helligkeit der 6. Größenordnung und kann ab jetzt auch von weniger gut ausgerüsteten Amateurastronomen schon mit Ferngläsern und kleinen Teleskopen gefunden und verfolgt werden. Vorausgesetzt, der Mond oder städtische Beleuchtung stören den Nordhimmel in der Region nicht zu sehr, zeigt sich vor dem dunklen Himmel möglicherweise sogar ein einige Grad langer Schweif hinter dem langperiodischen Kometen C/2009 P1 Garrad.