Kein anderer Planet des Sonnensystems ist unserer Erde so nah und so ähnlich wie der Mars. Er wird hell von der Sonne bestrahlt, so dass ihn schon die Menschen im Altertum kannten. Die erdgebundene Marsforschung »fütterte« die Fantasie von Literaten und Astronomen durch vermeintlich menschenähnliche Erscheinungen, gebäudeartige Formationen oder gar entdeckte künstlich angelegte Strassen und Wege. So wundert es nicht, dass die direkte Marsforschung weltweit fieberhaft voran getrieben wurde.
Was die Alten schon wussten ... erdgebundene Marsforschung
Schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts waren die Planetenpositionen genau vermessen, die Rotation dieses Planeten des Sonnensystems mit etwas mehr als einem Erdentag (24,5 Stunden) bestimmt und seine Polkappen entdeckt. Karten vom Mars gibt es sei 1820. Spekulationen über einen zumindest ehemals bewohnten Planeten löste die Entdeckung von »Canali« durch Giovanni Schiaparelli aus.
Zweifel und Glaube über die Herkunft der Gräben und weiterer optischen Entdeckungen fochten gegeneinander. Die Frage, ob die Erde der einzige bewohnte Planet des Sonnensystems sei, wurde zur Forschungsmission. Kühne Visionäre gingen noch weiter: Der Mars sei nah, unserem »Blauen Planeten« ähnlich und vielleicht von Menschen bewohnbar. Genaueren Aufschluss über den Sinn oder Unsinn solcher Ideen sollte die unbemannte Marsforschung geben.
Unser »roter Nachbar« im Raumzeitfahrtalter
Anflüge zu diesem nahen und felsigen Planeten des Sonnensystems schienen wesentlich leichter als beispielsweise zu Merkur oder Venus. Die Umgebungsbedingungen kamen einem Kreisen im Orbit und gar einer heilen Landung auf der Oberfläche sehr entgegen. Dennoch gibt es noch immer kein Gestein vom Mars, das auf dem Weg über Sonden zur Erde gelangte. Einzig Marsmeteoriten dienen bisher zur Marsforschung in unseren wissenschaftlichen Labors.
Die Wissenschaft ließ sich die Reisen zu gerade diesem Planeten des Sonnensystems eine Menge kosten. Über dreißig Missionen zum Mars missglückten – teils wegen »höherer Gewalt« (plötzlich veränderte, unvorhersehbare Vor-Ort-Bedingungen), teils wegen technischer Mängel der Konstruktionen. Dafür entzauberten die bisher acht gelungenen Anflüge das Mysterium des »Roten Planeten« durch detaillierte Marsforschung.
Neben tausenden Fotografien entpuppten sich rätselhafte Strukturen als Schächte vulkanischen Ursprungs, die Rillen- und Grabenstrukturen der Oberfläche als Erosionserscheinungen, der vermeintlich »habitable« Planet des Sonnensystems als lebensfeindlich. Die Missionen um und auf dem Mars zeigten, dass belächelte Visionen dennoch nicht unberechtigt sind. Einst trug unser roter Nachbar Wasser und eine Atmosphäre. Aktuell fand die Marsforschung dort noch Restwasser in Eisform und Salzlager aus ehemaligen Grundwasserablagerungen.