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Foto: Ante Perkovic, (CC 3.0)

Spiegelschleifen Teil 13 - Polierfehler entdecken und beseitigen

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Kratzer und Festkleben, schlimmstenfalls ein Spiegelbruch, vernichten ohne die tägliche Pflege alle vorherigen Bemühungen. Es kann passieren, dass man trotz aller guten Vorsätze einen halben Monat oder noch länger nicht zum Spiegelschleifen kommt. Die Pechhaut ist dann garantiert bis zum glasähnlichen Zustand ausgehärtet, trotz aller Sorgfalt. Entweder gießt man eine dünne Schicht frischen Pechs obenauf (Tipps zur Herstellung beachten!) oder man macht sich die Mühe und fertigt die Haut für den Rest der Politur komplett neu an. Das ist effektiver und dauert nicht viel länger als die »Runderneuerung«.

Fehler während der Politur entdecken und ausmerzen

Ein gewillter Teleskopbauer sollte die Geduld und Sorgfalt aufbringen, alle Schritte des Spiegelschleifens exakt und geduldig auszuführen. Doch auch Experten passieren beim Polieren die folgenden Missgeschicke. Wenn sie noch weich ist, pflügt die Pechhaut zuweilen beim Polieren über die Spiegelkante. Sinkt sie an der Kante ein (das passiert, wenn sie exzentrisch aufliegt), hobelt sie anschließend den Rand ab. Diese Gefahr lässt sich durch kürzere Striche (höchstens ½), härteres Pech (20° C Raumtemperatur ist optimal) und sofortiges Abschaben überstehenden Materials vermeiden oder beheben.

Als goldene Regel bei dieser Prozedur des Spiegelschleifens gilt: Zügig arbeiten, wenig drücken, alle Bereiche gleichmäßig und abwechselnd polieren, und dazwischen das Ergebnis testen. Zwar kostet das Prüfen zwischendurch Zeit, doch beispielsweise erkennt man mit dem Foucaulttest (Punktlichtquellen-Test) rechtzeitig, ob die Kante abzusinken droht oder schon abgesunken ist. Leuchtet die Kante beim genannten Test hell auf ca. 1 – 3 mm Breite, muss man sofort die Technik der Politur ändern (siehe Tipps oben).

»Vergessenen« Randbereich nacharbeiten

War während der vorangegangenen Arbeiten der Druck des Spiegelschleifens unausgewogen, vertieft sich die Mitte überproportional, während der Randbereich auf 3 – 15 mm, bei größerem Spiegelumfang auch mehr, einen längeren Krümmungsradius hat als das Spiegelinnere. Die Mitte ist zu tief, der Rand zu flach. Man spricht vom »zurückgebliebenen Randbereich«. Ein neutraler Strich, eine möglichst gleichmäßig polierende Pechhaut und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Strichlänge und seitlichem Überhang beheben die bisher mangelhafte Politur. TOT (Spiegel unten, Pechhaut oben) gleicht das Defizit aus. Geduld und Zurückhaltung bei den Strichen ist hier die einzige, doch effektive Abhilfe. Wie man den Rand mit der »Daumenmethode« intensiv korrigiert, erklärt die Fortsetzung des Artikels zur Politur.

Weiter zum 14. Teil: Spiegelschleifen Teil 14 - Tipps und Techniken Politur

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